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Was ist barrierefreies Internet?
Wem nützt barrierefreies Internet?
Wieso ist Barrierefreiheit für behinderte Menschen wichtig?
Was macht barrierefreies Internet zukunftsfähig?
Gibt es Kriterien für barrierefreies Internet?
Barrierefreies Internet bedeutet, Websites so zu gestalten, daß sie von jedem, unabhängig vom Ausgabegerät (normaler Browser, Textbrowser, Audiobrowser, mauslose Notebooks, Handys, PDAs), gelesen und bedient werden können.
Barrierefreie Gestaltung ist für alle Internetnutzer vorteilhaft, denn sie verbessert die allgemeine Bedienbarkeit einer Website erheblich.
Barrierefreies Webdesign achtet auf verständliche Inhalte und eine nachvollziehbare Navigation. Der Besucher soll sich jederzeit gut orientieren können.
Durch den optimierten Einsatz von Bildern und Multimedia-Anwendungen, den Verzicht auf Frames und den Einsatz von CSS (Cascading Stylesheets) anstelle eines Tabellenlayouts reduzieren sich die Ladezeiten bis zu einem Sechstel einer herkömmlichen Webseite. Da barrierefrei gestaltete Websites im Vergleich auch wesentlich weniger Speicherplatz einnehmen, wird die Auslastung des Servers ebenfalls verringert und sie können Kosten sparen.
Barrierefreie Websites zeichnen sich durch eine erhöhte Auffindbarkeit durch Suchmaschinen aus, weil sie klarer strukturiert sind, ohne Frames auskommen und durch den optimierten Bildeinsatz den Suchmaschinen mehr Informationen zur Auswertung bieten.
Barrierefreies Webdesign bietet noch einen weiteren sehr nützlichen Vorteil. Durch die Trennung von Layout und Information kann die Ausgabe Ihrer Website an das jeweilige Medium angepasst werden.
Beispiel: Ein Besucher Ihrer Website möchte eine Seite ausdrucken. Wenn die Website Frames verwendet, kann es passieren, dass er am Ende nicht den interessanten Artikel in der Hand hält, sondern nur den Ausdruck der Navigationsleiste. Eine druckeroptimierte Seite aber enthält das, was den Besucher interessiert und lässt alles Überflüssige (z.B. die Navigation) weg. So können zusätzlich auch noch Druckerkosten gespart werden.
Computer und Internet werden heute – beruflich wie privat – längst selbstverständlich als Kommunikations- und Informationsmedium genutzt. Das gilt auch für Menschen mit Behinderungen.
Laut einer Umfrage des Bundeswirtschaftsministeriums nutzen 52% des Bevölkerungsdurchschnitts das Internet. Jeder 5. Internetnutzer aber kann laut Einschätzung des Vereins für Behinderte in Gesellschaft und Beruf aufgrund einer Behinderung das Internet nur eingeschränkt nutzen. Zu den Behinderungen zählen z.B. Farbfehlsichtigkeit, Blindheit und Sehschwäche, motorische Störungen und Konzentrationsschwäche.
Das Internet wird von 80% der Behinderten als Informationsmedium genutzt. 55% der behinderten Internetnutzer beklagen jedoch behinderungsspezifische Barrieren in Bezug auf die technische Zugänglichkeit und Navigation.
Gerade für sie ist aber der ungehinderte Zugang zum Internet besonders wichtig, da viele Menschen mit Sinnes- und Körperbehinderungen auf Computerhilfsmittel, die sie bei der Arbeit mit dem PC unterstützen angewiesen sind.
Diese Hilfsmittel stoßen dabei leider oft an ihre technischen Grenzen. Unüberlegte Farbkombinationen, fehlende Texte zur Beschreibung von Grafiken und Bildern, unstrukturierte Webseiten, eine nicht nachvollziehbare Navigation u.ä. führen zu unüberwindbaren Barrieren und verwehren dem Nutzer den ungehinderten Zugang zu Informationen.
Im Hinblick auf die zukünftige technologische Entwicklung wird das Internet immer mobiler. Mobile Endgeräte wie Handys, PDAs u. ä. werden schon heute und zunehmend zur Informationsbeschaffung im Internet verwendet.
Ist Ihre Website barrierefrei gestaltet, so werden Dank der schnellen Ladezeiten die kostenintensiven Mobilverbindungen verringert.
Weil barrierefreies Webdesign Flexibilität in Bezug auf die allgemeine Zugänglichkeit fördert, setzen die heutigen Kriterien Standards für die Zukunft.
Barrierefrei zu gestalten, bedeutet also Heute schon an Morgen zu denken.
Im Zusammenhang mit dem Internet sind die Richtlinien des World-Wide-Web Consortiums (W3C) am wichtigsten. Das W3C als weltweite Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, das Zusammenspiel verschiedener Technologien zu harmonisieren und zu standardisieren, um die Nutzbarkeit des Internets stetig zu verbessern.
Auf europäischer Ebene hat die Europäische Kommission seit 2002 auf der Grundlage von Ministerratsbeschlüssen die Aktionsprogramme eEurope2002 und eEurope2005 initiiert, die gemeinsam von der EU und den Mitgliedsstaaten verfolgt werden. Beide Programme bekräftigen die Notwendigkeit eines barrierefreien Zugangs zu E-Government.
In Deutschland gilt seit 1. Mai 2002 das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG). Diese Bestimmung fordert die Herstellung der Barrierefreiheit auch für die Informationstechnik (§11 BGG), wobei die technischen Standards in der Rechtsverordnung BITV (Barrierefreie Informationstechnologie Verordnung) vom 24. Juni 2002 verankert sind.